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Chronische Wunden

Überblick

Was sind chronische Wunden?

Wenn eine Wunde nach spätestens acht Wochen nicht abgeheilt ist, gilt sie als chronische Wunde. Im Unterschied zu einer akuten Wunde, die durch äußere Einflüsse wie Schnitte, Stürze oder Abschürfungen entsteht, haben chronische Wunden eine innere Ursache. Eine mangelhafte Grundversorgung kann aus akuten Wunden chronische Wunden werden lassen. Daneben gibt es auch Wunden, die direkt nach ihrem Auftreten als chronisch klassifiziert werden. In diesem Fall liegt den Wunden einen behandlungsbedürftige Erkrankung zugrunde. Chronische Wunden können in Zusammenhang mit Diabetes mellitus, Venenschwäche, Schaufensterkrankheit, einer Immunschwäche oder Krampfadern auftreten. Neben der fachgerechten Versorgung der Wunden mit einer speziellen Wundauflage (z.B. PolyMem) ist eine Behandlung der Grunderkrankung unabdingbar.

Dekubitus

Was ist ein Dekubitus?

Ein Dekubitus wird auch als Druckgeschwür oder Wundliegen bezeichnet. Es handelt sich dabei um chronische Wunden in sehr unterschiedlichen Größen. Von einem Dekubitus können nur oberflächliche Hautschichten, aber auch das darunter liegende Bindegewebe bis hin zu den Knochen betroffen sein. Ein Dekubitus wird in vier verschiedene Schweregrade eingeteilt. Häufig betroffen von einem Dekubitus sind Gesäß, Trochanter major,Fersen und Steißbein. Diese chronischen Wunden sind sehr schmerzhaft und es kann leicht zu einer Infektion kommen. Ein erstes Anzeichen für einen Dekubitus ist eine nicht wegdrückbare Rötung. Im Angangsstadium tritt eine Rötung auf, die auch nach Entlastung bestehen bleibt. Die Dekubiti werden in Grad 1-4 unterteilt. 

Ursache für einen Dekubitus

Besonders häufig betroffen von einem Dekubitus sind bettlägerige Patienten im Krankenhaus und Altersheim sowie Diabetiker. Wird Gewebe dauerhaft starkem und einseitigem Druck ausgesetzt, sorgt das für ein Zusammenpressen der Blutgefäße. Zellen werden nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt und sterben schlussendlich ab. Außerdem ist der Blutabfluss durch die Venen gestört und es sammeln sich im Gewebe verschiedene saure Stoffwechselendprodukte an. In ihrer Mobilität eingeschränkte Menschen können diesen Druck nicht mehr mit reflexartigen Bewegungen ausgleichen. Der Körper versucht, diesen Mangel zu kompensieren, indem das Gewebe stärker durchblutet wird. Die Blutgefäße geben dabei Eiweiße und Flüssigkeit ab, wodurch sich Blasen und Ödeme bilden, die das Gewebe nach und nach zerstören.

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Ulcus cruris

Was ist ein Ulcus cruris?

Als Ulcus cruris werden chronische Wunden bezeichnet, die am Unterschenkel auftreten. Umgangssprachlich ist die Bezeichnung “offenes Bein” gebräuchlich. Verantwortlich für einen Ulcus cruris sind Durchblutungsstörungen in den Beinen, Mediziner unterscheiden zwischen einem Ulcus, der von Beeinträchtigungen im venösen Kreislauf verursacht wird, sowie zwischen arteriell, gemischten und durch bösartige Wucherungen verursachten Geschwüren. In manchen Fällen können chronische Wunden freiliegende Knochen und Sehnen zur Folge haben.

Ursache für Ulcus cruris

Ein Ulcus cruris entsteht, wenn im Bereich der unteren Extremitäten eine Minderversorgung mit Blut auftritt. Bei der häufigsten Form Ulcus cruris venosum liegt den Beschwerden eine Venenschwäche zugrunde, die sich als Krampfadern zeigt. Das Blut wird nicht mehr ausreichend Richtung Herz transportiert und staut sich in den Venen. Im umliegenden Gewebe sammelt sich Wasser an. Bestehen diese Ödeme über einen gewissen Zeitraum, wird das umliegende Gewebe nicht mehr ausreichend versorgt und es entsteht eine chronische Wunde. Ist die Ursache arteriell bedingt, sorgt eine Durchblutungsstörung der Arterien für Unterversorgung und chronische Wunden. Diabetes ist ein weiterer Risikofaktor für einen Ulcus.

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Diabetisches Fußsyndrom

Was ist das Diabetische Fußsyndrom?

In Folge eines Diabetes mellitus können sich chronische Wunden entwickeln. Beim neuropathischen Fuß, der 70 % der Patienten mit diabetischem Fußsyndrom betrifft, schädigt der jahrelang erhöhte Blutzuckerspiegel die peripheren Nerven im Fuß, was zu einer Schwächung der Muskulatur führt. Dadurch sackt das Fußgewölbe nach und nach in sich zusammen. In den Zehen kommt es zu Taubheitsgefühlen, am gesamten Fuß kann es zu Druckstellen kommen. Die Haut wird trockener und weniger widerstandsfähig, was eine chronische Wunden verursacht. Bei 20-30 % der Betroffenen liegt die ischämische Form vor, bei der Durchblutungsstörungen ein Absterben des Gewebe und eine chronische Wunden begünstigen.

Ursachen für das Diabetische Fußsyndrom

Ist ein Diabetes mellitus nicht oder nicht ausreichend eingestellt, kommt es durch den dauerhaft erhöhten Blutzuckerspiegel zu verschiedenen Schädigungen an Organsystemen und Nerven. Bei einer Neuropathie fehlt das natürliche Schmerzempfinden, sodass kleine, unbemerkt entstandene Wunden nicht wahrgenommen werden. Daraus entwickeln sich chronische Wunden am Fuß, an den Stellen, die besonderen Belastungen ausgesetzt sind. Bei einem arteriell bedingten diabetischen Fußsyndrom treten chronische Wunden meist an Zehen und Zehenspitzen auf, wo die Durchblutung besonders mangelhaft ist. Das Risiko für chronische Wunden ist noch höher, wenn diese beiden Faktoren aufeinandertreffen.

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Sekundäre Wundheilungsstörungen und Chronische Wunden

Was ist eine sekundäre Wundheilungsstörung?

Sehr großflächige chronische Wunden  müssen langsam unter der Bildung von Granulationsgewebe und Epithelisierungszellen ausheilen. Eine entsprechende Wundtamponade (z.B. PolyWic) oder Wundauflage  unterstützt die Wundheilung. Aufgrund der Fläche der Wunde nimmt der Heilungsprozess mehrere Wochen bis Monate in Anspruch. Durch den langen Heilungsprozess ist die Wunde anfällig für Infektionen. Es kann außerdem zu Störungen der Wundheilung kommen, die durch verschiedene Risikofaktoren wie Alter, Rauchen und Krankheiten, die zu einer Unterversorgung des Gewebes mit Sauerstoff begünstigt werden.

Ursachen von sekundären Wundheilungsstörungen

Neben Alter, Rauchen und Mangelerscheinungen sind bei Patienten mit Wundheilungsstörungen häufig Grunderkrankungen wie Diabetes, periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK), Venenleiden oder Anämien zu beobachten. Außerdem kann ein geschwächtes Immunsystem bei Krebserkrankungen oder HIV/AIDS Wundheilungsstörungen verursachen. Eine ungeeignete Wundversorgung im Bereich chronische Wunden kann zu einer Wundheilungsstörung führen. Eine Wundauflage muss daher so gewählt werden, dass die Haut vor Austrocknung geschützt und eine ausreichende Sauerstoffversorgung für chronische Wunden garantiert wird (z.B. PolyMem) in Verbindung mit bspw. Veriforte med Wundgel.

Tumorwunden

Was ist eine Tumorwunde?

Bei Tumorwunden handelt es sich um chronische Wunden, die im Endstadium einer Krebserkrankung auftreten können. Häufig durchbrechen Tumore von Brust, Lunge, Speicheldrüsen oder des Bauchraums die Gewebeschichten und werden sichtbar. Weiterhin können chronische Wunden Tumore entwickeln. Ein typisches Beispiel ist das Plattenepithelkarzinom, das aus einem venösen Ulcus entstehen kann.

Ursachen einer Tumorwunde

Ursachen für Tumorwunden sind fortgeschrittene Tumorerkrankungen oder chronische Wunden selbst aus denen sich ein Tumor entwickelt. Diese Wunden stellen für Betroffene eine extreme körperliche und seelische Herausforderung dar.

Tiefe und infizierte Wunden

Was sind tiefe,infizierte Wunden?

Während oberflächliche Wunden sich auf die oberste Hautschicht beschränken, können tiefe chronische Wunden bis in die Unterhaut oder sogar bis an den Knochen reichen. Tiefe Wunden können je nach Lage bei allen chronischen Wunden entstehen. Vor allem Dekubitusgeschwüre, Ulcus cruris oder diabetische Wunden können in chronische Wunden übergehen. Bei jeder Wunde besteht zudem immer die Gefahr, dass sich Keime und Bakterien ansiedeln und es zu einer Wundinfektion kommt.

Ursachen für infizierte Wunden

Die häufigste Ursache einer Wundinfektion ist die Besiedelung mit Bakterien. Auch ein Ansiedeln von Viren, Parasiten und Pilzen ist möglich. Bei einer pyogenen Wundinfektion kommt es durch die Bakterienbesiedelung zu Eiterbildung. Eine putride bakterielle Wundinfektion ist durch zersetztes Gewebe und faulig riechende Gase charakterisiert. Daneben kann es durch Minderdurchblutung und Nekrosen zu infizierten Wunden kommen. Veriforte med Wundspüllösung eignet sich hier gut zum Ablösen von Nekrosen oder Biofilmen auf der Wunde (siehe autolytisches Debridement).

Wundreinigung und Infektionsbekämpfung bei chronische Wunden

Chronische Wunden haben einen sehr komplexen Heilungsverlauf. Da leicht eine Besiedelung mit Bakterien und anderen Erregern erfolgt, ist eine fachgerechte Wundreinigung entscheidend für den Genesungsprozess. Damit Keime effektiv bekämpft werden können, werden für chronische Wunden spezielle Wundspülungen angewendet, die eine antiseptische Wirkung haben. Häufig ist ein Débridement, eine sogenannte Wundtoilette, erforderlich, bei der vom Wundrand und aus den tieferen Schichten Gewebe entfernt wird, um den Heilungsprozess zu stimulieren. Eine geeignete Wundauflage für chronische Wunden sorgt für eine weitere Unterstützung.

 

Behandlung chronsicher Wunden mit geeigneten Wundauflagen

Eine moderne Wundauflage passt sich dem jeweiligen Stadium des Heilungsprozesses an. In der pflegerischen Praxis hat sich die idealfeuchte Wundauflage bewährt, die dafür sorgt, das Wundgebiet gleichmäßig feucht zu halten. Gleichzeitig sorgt diese Wundauflage für ein Warmhalten der Wunde und einen thermischen Austausch. Schutz vor weiteren Infektionen ist durch die richtige Wundauflage gewährleistet. Zudem lässt sich diese Art der Wundauflage leicht ablösen und es kommt nicht zur Ablagerung von Faserresten im Gewebe.

Die folgende Arten der Wundauflage haben sich in der Pflege besonders bewährt.

PU-Schaumverbände als Wundauflage

Eine Wundauflage aus Schaumstoff ( z.B. Formafoam) kann überschüssige Wundflüssigkeit leicht aufnehmen und die Wunde abdecken. Darüber hinaus gibt es polymere multifunktionale Membranverbände wie PolyMem die optimale Heilbedingungen und Schmerzlinderung schaffen. PolyMem kann für chronische Wunden auch zusammen mit einem Kompressionsverband angewendet werden.

Silberhaltige Wundauflage:

Eine silberhaltige Wundauflage wie PolyMem Silber hat eine keimreduzierende Wirkung. Diese Wundauflage kann bei bereits infizierten Wunden genutzt werden. Eine Wundauflage mit Silber reduziert Bakterien ( wie z.B. ESBL, MRSA ) und fördert den Heilungsprozess.

Weitere Maßnahmen bei chronischen Wunden

Abgesehen von der Wundauflage ist für chronische Wunden eine kontinuierliche Beurteilung und Dokumentation der Wunde wichtig. Es ist unbedingt auf eine korrekte Diagnose zu achten. Es muss die Mobilität des Patienten gestärkt werden, um die Durchblutung zu verbessern. Die Zufuhr von Nährstoffen, Eiweißen und Vitaminen sowie ausreichend Flüssigkeit sind weitere wichtige Bausteine, um chronische Wunden zu versorgen.

Chronische Wunden und Schmerzmanagement

Chronische Wunden sind meist von Schmerzen begleitet, was sich nachteilig auf den Genesungsprozess auswirkt. Ein ständiges Schmerzmanagement fördert die Beweglichkeit und Lebensqualität des Patienten. Ist die exakte Herkunft der Schmerzen ermittelt, kann eine entsprechende – auch medikamentöse – Therapie eingeleitet werden. Eine genaue Abstimmung von Pflegepersonal und Ärzten ist für das individuelle Schmerzmanagement unabdingbar. Durch eine geeignete Wundauflage sind atraumatische Verbandswechsel möglich. Letztendlich ist das Gesamtkonzept der Wundbehandlung von allergrößter Bedeutung.

Alle Beteiligten Arzt, Pflegepersonal , Patient und Angehörige sollten zusammen arbeiten , damit eine adäquate und auf den Patienten zugeschnittene Wundversorgung in Anbetracht auf den Gesamtzustand z.B. Ernährungszustand, Grunderkrankungen, Psyche des Patienten erfolgen kann.

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