02104 - 368 32 info@mediset.de

Trinknahrung

Vorteile, Einsatzgebiete und Kosten

Was ist Trinknahrung?

Medizinische Trinknahrung, im Volksmund oft als “Astronautennahrung” bezeichnet, ist ein wichtiges Instrument in der Behandlung von Mangelzuständen, Unterernährung oder bei Patienten, die nicht in der Lage sind feste Nahrung zu sich zu nehmen. Ziel der Behandlung mit Trinknahrung ist es, diese Mangelzustände effizient zu therapieren, den Patienten mit ausreichend Energie, Proteinen und lebenswichtigen Nährstoffen zu versorgen. Trinknahrung selbst dient also nicht der Behandlung von Erkrankungen, sondern den daraus resultierenden Symptomen und Folgeerscheinungen. Aus diesem Grund ist Trinknahrung zumeist “hochkalorisch” und eiweißreich und enthält alle lebensnotwendigen Nährstoffe. Sie besitzt also einen hohen Kalorien und Eiweißanteil ,Kohlenhydrate , Fette, Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente.  Sie ist entsprechend sättigend und spendet viel Energie. Für Betroffene ist Trinknahrung wichtig, wenn die gewohnte Nahrungsaufnahme nicht mehr mögllich ist oder wenn der Patient krankheits- oder altersbedingt einen erhöhten Nährstoffbedarf aufweist. Zudem wäre Trinknahrung sogar zur vollständig, bilanzierten Ernährung ausreichend, wenn entsprechend dem Kalorien und Eiweißbedarf nachgekommen wird.

Darreichungsformen von Trinknahrung

Trinknahrung wird in unterschiedliche Darreichungsformen unterschieden. Diese sind: 

  • Hochkalorische Trinknahrung
  • Eiweißreiche Trinknahrung
  • Eiweiß und Hochkalorische Trinknahrung
  • Pürierte und hochkalorische Menüs ( eine herzhafte Alternative zur süßen Trinknahrung)
  • Andickungsmittel hat keine Nährstoffe dient nur zum Andicken von Flüssigkeiten z.B. bei Schluckstörungen

Welche Art der Trinknahrung für den Patienten die beste Option darstellt, wird durch den behandelnden Mediziner festgelegt. Dabei spielt unter anderem eine Rolle, warum die Trinknahrung überhaupt verabreicht wird. Das persönliche Empfinden der Patienten fließt ebenfalls in die Entscheidung ein. Während einige Patienten die Zusatznahrung bevorzugt mit einem Strohhalm trinken oder das nur können, empfinden andere wiederum Andickungs- und Geliermittel als angenehmer. Die Darreichungsform der Trinknahrung sollte daher gemeinsam mit dem Patienten abgestimmt werden.

Enterale vs. Parenterale Nahrung

Frei übersetzt bedeutet “enterale Ernährung” so viel wie “Sondenernährung”. Der Begriff leitet sich aus der griechischen Sprache ab, wo “enteron” mit “Darm” übersetzt wird. Die enterale Ernährung erfolgt folglich distal über ein Stoma oder eine Nasale Sonde. Beide Anlagen besitzen eine  Verbindung zum Darmtrakt. Selbige wird mit Hilfe eines sehr dünnen, medizinischen Schlauchs mit dem Magen verbunden. Die Sonde selbst kann wahlweise über die Bauchdecke oder die Nase gelegt werden. Eine Erstattungsfähigkeit der GKV ist nur in medizinisch notwendigen Fällen gegeben.

Die parentale Nahrung ist sowohl Gegenstück als auch Weiterentwicklung. Sie wird dann angewandt, wenn eine enterale Ernährung aufgrund der medizinischen Diagnose nicht möglich ist oder der Patient auf diese nicht anspricht. Die lebenswichtigen Nährstoffe werden dann unmittelbar in die Blutbahn indiziert, was über eine Infusion geschieht. Der Magen-Darm-Trakt wird folglich komplett umgangen. Die dafür notwendigen Infusionslösungen können miteinander kombiniert angewandt werden, aber auch einzeln oder fortlaufend. Am Markt existieren verschiedene solcher Fertigarzneimittel, beispielsweise mit hohen Anteilen von Aminosäuren, Fetten und Glukose oder nur einer Auswahl der Stoffe. Selbige sind frei kombinierbar. Den parentalen Ernährungsplan legt der behandelnde Mediziner fest.

Vorteile von Trinknahrung

Astronautennahrung bietet, sofern deren Einsatz erforderlich ist, viele Vorteile:

 

  • Trinknahrung ermöglicht einen individuellen, optimalen Zulauf von Nährstoffen.
  • Astronautennahrung gilt als sehr verträglich.
  • Eine schnelle Gewichtszunahme ist möglich.
  • Viele verschiedene Formen und Sorten garantieren Patienten mehr Abwechslung.
  • Schluckbeschwerden sind kein Hindernis.
  • Einzelne Mangelzustände, zum Beispiel Fette oder Ballaststoffe, lassen sich gesondert zuführen.
  • Erwartungsgemäß entsteht ein positiver Effekt auf den generellen Gesundheitszustand, da der Körper die lebensnotwendige Energie erhält.

Einsatz von Trinknahrung in der Praxis

Astronautennahrung wird überall da eingesetzt, wo Patienten unterernährt sind oder keine Versorgung mit festen Lebensmitteln möglich ist. Das trifft beispielsweise in den nachfolgenden Situationen zu.

Astronautennahrung im Pflegeheim

In der Altenpflege und Geriatrie kommt Trinknahrung sehr häufig zum Einsatz. Im Fokus steht vor allem die Astronautennahrung mit hohem Proteinanteil und vielen Kilokalorien. Ältere Personen neigen dazu, weniger als notwendig zu essen. Teilweise sind selbige aufgrund von Schluckbeschwerden, Krebstherapien oder allgemeinem Unwohlsein nicht mehr in der Lage regelmäßig zu essen, mitunter funktioniert auch der Kauapparat nicht mehr einwandfrei oder es sind bereits alle Zähne ausgefallen. In allen diesen Fällen ist Astronautennahrung eine wirksame Option, um gegen Mangelernährung vorzugehen, dem Körper Energie zuzuführen und ihn somit ganzheitlich zu stärken. Bei einer erfolgreichen Therapie mit Trinknahrung gewinnen Senioren viel Lebensqualität zurück.

Bei der Palliativpflege

Trinknahrung ist in der Krebstherapie seit jeher ein wichtiges begleitendes Instrument. Der Fokus richtet sich dann vor allem auf hochkalorische Astronautennahrung, die dem Körper viel Energie spendet, die in der Krebstherapie zwangsläufig notwendig ist. Trinknahrung wird in der Palliativpflege häufig schon präventiv genutzt, um einem zu erwartenden Gewichtsverlust frühzeitig vorzubeugen und den Körper nicht weiter zu belasten. Des Weiteren gilt Trinknahrung für Krebsleidende als sehr verträglich und weitaus angenehmer als feste Nahrung. Die bei der Palliativpflege häufig auftretenden Schluckbeschwerden, Entzündungen im Rachen- und Mundraum sowie leidige Geschmacksveränderungen lassen sich durch Trinknahrung so weit wie möglich umgehen. Ebenso können Palliativpfleger mit der Trinknahrung auf Nebenwirkungen der Therapie reagieren, zum Beispiel Appetitlosigkeit, Übelkeit oder Erbrechen. Die sehr gute Verträglichkeit der Astronautennahrung avanciert damit zum wichtigen Vorteil in besonders schweren und fordernden Situationen sowie Behandlungen.

Bei Erkrankungen oder nach Operationen

Trinknahrung bietet sich zur ergänzenden Behandlung bei Erkrankungen oder unmittelbar nach Operationen an. Das ist vor allem dann notwendig, wenn die Operation oder Erkrankung dazu führt, dass feste Lebensmittel nicht mehr geschluckt und/oder zerkaut werden können. Die Trinknahrung wird auf Rezept vom behandelnden Mediziner angeordnet. Aus diesem Grund dient sie auch als Behandlungsmittel bei Erkrankungen. Entsprechend dosiert, könnte Astronautennahrung beispielsweise einen gesteigerten Eiweiß- oder Mineralstoffbedarf abdecken. Ebenso lassen sich mit Trinknahrung viele lebensnotwendige Fette in den Organismus speisen. 

Eine Verordnungsfähigkeit besteht ebenfalls bei einer Diagnose, die eine fortlaufende Behandlung mit Trinknahrung erforderlich macht. Das sind beispielsweise Demenz oder Morbus Crohn. Patienten mit Demenz weisen häufig Schluckstörungen auf, wodurch die allgemeine Nahrungsaufnahme erschwert oder gar unmöglich gemacht wird. Bei Patienten mit Morbus Crohn kann ausgewählte Astronautennahrung helfen, um Entzündungen im Darmtrakt begleitend zu behandeln. Außerdem ist Trinknahrung allgemein sehr verträglich, der Körper erhält folglich mehr Energie aus dieser, als wenn durch Morbus Crohn unverdaute, feste Nahrungsmittel frühzeitig ausgeschieden werden.

Trinknahrung: Frei verkäuflich oder auf Rezept erwerben?

Astronautennahrung wird auf Rezept verschrieben, ist aber auch frei verkäuflich. In einzelnen Fällen kann der temporäre Umstieg auf Trinknahrung empfehlenswert sein, zum Beispiel nach einer Operation am Gebiss. Möglich wäre außerdem auf Astronautennahrung zurückzugreifen, wenn aus individuellen Lebensumständen heraus kurzfristig keine Ernährung über feste Lebensmittel möglich ist. Denkbar wäre das beispielsweise bei langen Reisen auf hoher See oder beim Bergsteigen. Solch ein Einsatz mit Astronautennahrung ist möglich, auch wenn keine medizinische Indikation dafür besteht. 

Die Preisspanne für frei verkäufliche Trinknahrung ist sehr weitläufig. Abhängig ist das einerseits vom Hersteller, aber auch der Zusammensetzung der Produkte. Trinknahrung die sofort einsatzbereit ist, kostet in der Regel weitaus mehr und wird in abgepackten Tuben, Beuteln oder Fläschchen verkauft. 

Bei einer medizinischen Indikation ist keine Selbstbehandlung mit Trinknahrung anzuraten, vor allem nicht langfristig. Des Weiteren müssen Risikogruppen zwangsläufig Rücksprache mit ihrem Arzt halten, um beispielsweise auf bekannte Erkrankungen wie Nierenschäden oder Diabetes zu reagieren. Der Mediziner wählt dann eine Zusatznahrung aus, die optimal zum Zustand und den Bedürfnissen des Patienten passt.

Trinknahrung auf Rezept

Medizinisch notwendige Trinknahrung wird auf Rezept verordnet. Juristische Grundlage hierfür liefert die Arzneimittelrichtlinie (Abschnitt I § 18-26). Um Trinknahrung auf Rezept zu erhalten, muss laut der Arzneimittelrichtlinie eine “fehlende oder eingeschränkte Fähigkeit” zur Nahrungsaufnahme bestehen. Außerdem müssen Mediziner zuvor alternative Maßnahmen bedenken. Zeigen diese keine Wirkung oder sind nicht möglich, ist eine Verordnung von Trinknahrung möglich. Das Rezept stellt der behandelnde Arzt aus, eingelöst wird es in einem Homecare Unternehmen.

Verordnungsfähig sind Trinknahrung Produkte, die eine Kalorienbilanz von mindestens 1 Kilokalorien pro Milliliter aufweisen. Außerdem fällt darunter Trinknahrung, die ausschließlich zur geregelten Ernährung verwendet wird. Man spricht dann von einer “vollbilanzierten Diät”. Wird die Astronautennahrung aufgrund medizinisch besonderer Umstände angewandt, spricht man von einer “bilanzierten Diät”. Mit entsprechender Diagnose lässt sich Trinknahrung folglich unter den drei genannten Umständen verschreiben.

Kontaktieren Sie uns!

Rufen Sie uns an!

02104 – 368 32  

Schreiben Sie uns!

info@mediset.de

Unser Standort

Spenglerallee 12-14, 04442 Zwenkau

oder

Industriestraße 26, 40822 Mettmann

Kontakt

Datenschutzhinweis