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Schürfwunden

Richtig behandeln und heilen

Was ist eine Schürfwunde?

Die Schürfwunde ist eine oberflächliche Wunde, bei der die Haut durch Abrieb verletzt wird. Es lassen sich drei Arten der Schürfwunde nach ihrer Tiefe unterscheiden. Ist nur die oberste Hautschicht (Epidermis) betroffen, spricht man von einer Erosion.  

Eine Schürfwunde mit Verletzung der mittleren Hautschicht (Lederhaut oder Dermis) wird auch als Exkoriation bezeichnet. Kommt es zu einer Ablösung der Dermis, handelt es sich um eine Ablederung (Avulsio). Die Schürfwunde zählt meist zu den weniger schwerwiegenden Verletzungen. Sie sollte dennoch immer rasch behandelt werden, um späteren Komplikationen im Wundheilungsprozess wie Wundinfektionen vorzubeugen. Besonders gefährlich ist eine Tetanus-Infektion.

Wie entsteht eine Schürfwunde?

Eine Schürfwunde entsteht, wenn die Haut mit Druck an einer Oberfläche entlangschleift. Der Abrieb ist umso größer, je härter und rauer diese Oberfläche ist. Häufig treten Schürfwunden als eine Folge von Stürzen auf. Zu den oft betroffenen Körperteilen zählen die Ellenbogen, die Knie, die Handflächen und das Gesicht.

Erste Hilfe bei Schürfwunden

Reinigen Sie die Schürfwunde unter laufendem Wasser. Dann reinigen Sie die Wunde mit einer Wundspüllösung, wie z.B. Veriforte med. Eine kleinere Schürfwunde heilt meist an der Luft gut von alleine ab. Bei großen, nässenden Wunden empfiehlt es sich, einen PU-Schaumverband, wie bspw. PolyMem zu verwenden. Der enthaltene Wundreiniger in Verbindung mit Glycerin sorgt dafür, dass die Schürfwunde nicht vorzeitig austrocknet. So wird verhindert, dass Körpergewebe mit dem Wundverband verwächst. Verwachsene und verklebte Verbände führen beim Abnehmen meist zu einem erneuten Aufreißen der Schürfwunde.  

Verzichten Sie grundsätzlich auf Hausmittel wie Zwiebelsaft oder Mehl. Sie haben keinerlei nützlichen Effekt, verunreinigen die Schürfwunde und beeinträchtigen die Heilung. Tragen Sie auch kein Sprühpflaster oder Puder auf. Nach der Reinigung darf die Schürfwunde bis zum Abheilen nicht mehr mit Wasser in Kontakt kommen.

Wann sollten Sie mit einer Schürfwunde zum Arzt?

Beobachten Sie den Heilungsprozess der Schürfwunde genau. Suchen Sie in den folgenden Fällen einen Hautarzt auf:

  • Die Schürfwunde blutet anhaltend.
  • Die Schürfwunde erstreckt sich über sehr große Hautareale.
  • Die Wunde ist stark und tief verunreinigt.
  • Sie leiden an Durchblutungsstörungen.
  • Sie kennen den Status Ihres Tetanusschutzes nicht oder wissen, dass sie nicht geimpft sind.
  • Die Schürfwunde bildet sehr viel Wundsekret und eitert.
  • Die Haut um den Wundbereich ist gerötet oder geschwollen.
  • Sie haben erhöhte Temperatur oder Fieber.
  • Die Schürfwunde ist vierzehn Tage nach der Verletzung nicht (weitgehend) verheilt.

Untersuchung der Schürfwunde beim Arzt

Der Arzt wird im Verlauf der Anamnese eine Reihe von Fragen stellen, die Wunde inspizieren und dabei folgende Sachverhalte in Erfahrung bringen:

  • Zeitpunkt der Verletzung
  • Veränderung im Aussehen der Schürfwunde
  • Vorerkrankungen
  • Einnahme von Medikamenten
  • Zeitpunkt der letzten Tetanusimpfung
  • Auftreten von Fieber
  • Weitere Verletzungen wie Prellungen und Zerrungen in der Umgebung der Schürfwunde

Behandlung einer Schürfwunde

Zunächst wird der Arzt eventuelle Versäumnisse bei der Ersten Hilfe nachholen und die Wunde mit einer entsprechenden Wundspüllösung reinigen und gegebenenfalls einen Wundverband  anlegen. Liegt die letzte Tetanusimpfung zehn Jahre oder mehr zurück wird er eine auffrischende Impfung durchführen.  

Bei stark verschmutzten Wunden verschreiben Hautärzte häufig präventiv Antibiotika. Ist die Schürfwunde bereits längere Zeit unbehandelt, hat sich stark entzündet und wird von Fieber begleitet, kann eine stationäre Behandlung nötig werden. Bei einem zügigen Arztbesuch ist die Einweisung in ein Krankenhaus nur in seltenen Fällen notwendig.

Warum nässen, brennen oder eitern Schürfwunden?

Nässende Schürfwunden

Wenige Minuten nach der Entstehung einer Schürfwunde beginnt der Körper mit der Blutgerinnung. Zugleich schießt Wundsekret aus der Lymphe ein, das sich als Nässen der Wunde zeigt. Durch das Wundsekret werden zugleich Antikörper in die Schürfwunde eingeschwemmt und Bakterien sowie Abfallstoffe ausgeschwemmt. Größere und tiefere Schürfwunden neigen stärker zum Nässen als kleinere Verletzungen, die nur die Epidermis betreffen. Sie sollten immer mit einem Wundverband bedeckt werden. 

An der Luft bildet sich ansonsten schnell eine dünne aber undurchdringliche Gewebeschicht auf der Wunde, die das Abfließen des Sekrets verhindert. Bei einem normalen Heilungsprozess ist die Schürfwunde schließlich mit genug Abwehrstoffen versorgt, während die fremden Zellen den Körper verlassen haben. Es wird kein neues Sekret mehr gebildet. Hört die Wunde nicht auf zu nässen, deutet das darauf hin, dass der Abtransport nicht vollständig erfolgreich war. Das Eitern der Schürfwunde ist dann häufig der nächste Schritt der Abwehrreaktion. 

Eiternde Schürfwunde

Eine eiternde Schürfwunde deutet auf eine Komplikation im Heilungsprozess hin. Eiter ist eine körperliche Absonderung (Exsudat) von dünn- bis dickflüssiger Viskosität, die als Folge einer zellulären Entzündungsreaktion gebildet wird. Bei der Eiterbildung handelt es sich um einen Prozess der Gewebeeinschmelzung (Autolyse). 

Die Substanz besteht aus abgestorbenem Gewebematerial. Bei einer eiternden Schnittwunde liegt in aller Regel eine bakterielle Entzündungsreaktion vor. Die Bakterien sind nach der Verletzung der Hautbarriere in den Körper eingedrungen und werden nun bekämpft. Meist handelt es sich bei den Bakterien um Staphylokokken oder Streptokokken.

Brennende Schürfwunde

Brennende Schmerzen gehören bei einer größeren und tieferen Schürfwunde zum normalen Heilungsprozess dazu. Sie müssen meist nicht behandelt werden, sofern das Schmerzmaß die Erträglichkeitsgrenze nicht überschreitet. Der Schmerz wird durch verletzte Nervenzellen in der Haut ausgelöst. Der Körper sendet schmerzinduzierende Stoffe aus, die an das Gehirn weitergeleitet werden. Im Zuge der Heilung nehmen die Schmerzen im Normalfall schnell wieder ab.

Risiken bei Schürfwunden

Das häufigste Risiko einer Schürfwunde liegt in der bakteriellen Infektion mit Staphylokokken oder Streptokokken. Es lässt sich durch eine gründliche Säuberung, Desinfektion und Versorgung der Wunde erheblich reduzieren. Wer bereits weiß, dass der eigene Körper bei Wunden zu Entzündungen neigt, kann präventiv ein antibakterielles Wundgel auftragen. 

Eine sehr ernstzunehmende potenzielle Gefahr geht vom Bakterium Clostridium tetani aus. Es sondert das Gift Tetanolysin und das sehr starke Gift Tetanospasmin ab. Die Folge ist Wundstarrkrampf (Tetanus), der unbehandelt tödlich verlaufen kann. Aus diesem Grund zählt die Feststellung und gegebenenfalls die Erneuerung des Impfschutzes vor Tetanus zum Standard der ärztlichen Anamnese bei einer Schürfwunde.

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