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Verbrühung, Verbrennungen und Brandwunden

Gradeinteilung, Erste Hilfe und wann Sie zum Arzt gehen sollten

Verbrühungen, Verbrennungen & Brandwunden

Verbrühungen, eine Verbrennung und generell eine Brandwunde entstehen durch starke Hitzeeinwirkung. In Abhängigkeit von der Temperatur, sowie der Dauer der Einwirkung, können Verbrennungen unterschiedlich stark ausfallen. Die übermäßige Hitzeeinwirkung sorgt dafür, dass das Gewebe mitsamt den Hautzellen beschädigt und gegebenenfalls vollständig zerstört wird. 

Eine Unterscheidung ist zwischen Verbrennungen und der Verbrühung zu treffen. Erstere entsteht aufgrund von trockener Hitze, beispielsweise dem Bügeleisen oder Grill. Letztere entsteht, wenn die Haut auf “feuchte” Hitze trifft, beispielsweise einen heißen Tee oder Kaffee, der auf die Haut überschwappt.

Gradeinteilung bei Verbrennungen

Anhand der Tiefe der Verbrennungen lässt sich eine Unterteilung in vier Grade vornehmen. Sie dienen sowohl zur Diagnose als auch zur weiteren Behandlung einer Brandwunde.

Grad 1

Eine Schädigung der oberen Epidermis tritt auf, die unteren Hautschichten sind nicht angegriffen. Es entstehen sowohl eine Rötung als auch eine Schwellung mit Spannungsgefühl. Die Brandwunde schmerzt. Üblicherweise spitzt sich die Rötung innerhalb der nächsten Stunde zu, was sowohl auf die Verbrühung als auch Verbrennungen zutrifft. Typische Verbrennungen dieser Art treten bei einem Sonnenbrand auf. Sie benötigen meist einige Tage, um auszuheilen. Dauerhafte Verletzungen des Gewebes oder eine Narbenbildung sind nicht zu erwarten.

Grad 2

Diese Verbrennungen verletzen sowohl die Oberhaut, in Teilen aber auch die darunter befindliche Lederhaut. Es kommt zu Rötungen, Schmerzen und der Bildung von Brandblasen. Beim zweiten Grad findet eine weitere Unterteilung in Grad 2a und Grad 2b statt, die sich vorrangig in ihrer operativen Behandlungsnotwendigkeit unterscheiden.

Grad 2a

Die Brandwunde weist Brandblasen auf. Der Patient hat ein weitgehend normales Schmerz- und Berührungsempfinden an den betroffenen Stellen. Der unter der Blase liegende Wundgrund ist noch vital und es besteht eine spontane Heilungstendenz binnen zwei Wochen. 

Grad 2b

Der Wundgrund ist abgestorben und der Patient zeigt an den betroffenen Stellen keine normale Sensibilität. Bei dieser Tiefe von Verbrennungen kommt es nicht mehr zur sog. Spontanheilung und Narbenbildung. Das abgestorbene Gewebe muss in einem operativen Eingriff entfernt werden. Unter Umständen wird auch ein Hauttransplantant eingesetzt. Die richtige Wundversorgung (PolyMem) ist auch hier enorm wichtig. 

Grad 3

Solch eine Brandwunde umfasst alle Hautschichten gleichermaßen. Nicht nur sind Ober- und Unterhaut angegriffen, auch können sich Teile der Unterhaut bei solchen Verbrennungen nicht mehr regenerieren. Sie sind also irreversibel zerstört. Der Wundgrund einer Verbrennung ist verkohlt und kann eine weiße oder schwarze Farbe annehmen. Teilweise geht in den betroffenen Hautstellen das Gefühl vollständig verloren. Üblicherweise ist eine akute chirurgische Versorgung notwendig.

Selbst dann ist eine Heilung der Verbrennungen, im besten Fall, erst nach mehreren Wochen oder Monaten zu erwarten.

Grad 4

Bei einer Verbrühung oder Verbrennungen vierten Grades tritt eine “Verkohlung” ein. Bei einer Verkohlung führen Verbrennungen nicht mehr nur zu Schäden an den oberen und unteren Hautschichten, gleichermaßen sind Knochen, Sehnen sowie Muskeln davon betroffen. Üblicherweise ist, vor allem an Extremitäten, eine Amputation erforderlich. Hauttransplantationen sind ebenso mitunter notwendig.

Zur Beurteilung wird die Neuner-Regel nach Wallace eingesetzt. Der Körper wird dazu in mehrere Bereiche aufgeteilt, jeder davon ist ein Vielfaches vom Faktor 9, daher der Name. Die Unterteilung erfolgt bei Verbrennungen so:

  • Kopf und Hals machen 9% aus
  • Obere Extremitäten jeweils 9%
  • Rumpf-Vorderseite 18%
  • Rumpf-Rückseite 18%
  • Untere Extremitäten jeweils 18%
  • Genitalbereich 1%

Eine kleinere Verbrühung beziehungsweise Brandwunde ist im medizinischen Sinne dann gegeben, wenn weniger als 15% der Körperfläche davon betroffen sind. Hierzu wird die Handflächenregel von Medizinern genutzt. Eine Handinnenfläche samt Finger ist dafür das Äquivalent zu 1% Körperfläche.

 

Erste Hilfe

Was tun bei Verbrennungen oder Verbrühungen?

Die Hitzeeinwirkung ist zu stoppen, eventuell an der Körperregion befindliche Kleidung auszuziehen. Die beschädigte Haut sollte für rund 15 Minuten unter lauwarmes Wasser gehalten werden, anschließend wird die Brandwunde mit einer sterilen Kompresse abgedeckt. Auf gar keinen Fall sollte eine Verbrühung mit Eis behandelt werden. Im schlimmsten Fall kommt dann noch eine Unterkühlung hinzu. Unter Umständen ist bei Verbrennungen eine Behandlung unter kühlem Wasser, aber nur für sehr kurze Zeit, denkbar. Selbiges würde auch der Reinigung der Brandwunde förderlich sein.

Unterhalb dieses Abschnitts finden Sie ein Video des BR24 in dem Erste Hilfe Maßnahmen zusammenfassend erklärt werden. 

Behandlungsmöglichkeiten bei Verbrennungen

Außer dem eigenmächtigen Anlegen einer Kompresse können Betroffene nichts unternehmen. Unbedingt ist davon abzuraten, auf vermeintliche Hausmittel wie Mehl oder Öl zurückzugreifen. Es existiert kein hilfreiches Hausmittel, welches bei Verbrennungen der Schadensbegrenzung oder Heilung förderlich ist. Jedes eingesetzte Hausmittel wird die Hautschäden bei Verbrennungen aller Voraussicht nach noch verstärken.

Brandblasen sollten, aufgrund der Infektionsgefahr, nie durch Betroffene geöffnet werden. Hier kommt die moderne Wundversorgung zum Einsatz in Form polymerer multifunktionaler Wundauflagen, wie PolyMem. Es macht u.a. atraumatische Verbandswechsel möglich und lindert Schmerzen. Es kommt zur schnelleren Heilung. 

Wann sollte ich bei Verbrennungen zum Arzt gehen?

Wer sich etwas Tee oder Kaffee über die Hand schüttet, muss dafür nicht zum Arzt. Solch eine Verbrühung ist schmerzhaft und führt unter Umständen zu Blasen, ist ansonsten aber unbedenklich. Bei großflächigen Verbrennungen ist unbedingt ein Arzt aufzusuchen, ebenso bei schweren Verbrennungen. Nicht nur gehört die Brandwunde sofort fachmännisch behandelt, auch besteht die Gefahr durch die Verbrennungen in einen Schock überzugehen, der lebensgefährlich ist.

Brandblase nach einer Verbrühung behandeln

Verbrennungen führen ebenso wie eine Verbrühung zu Brandblasen. Eine Öffnung der Blasen ist bei Verbrennungen einem Arzt vorbehalten, da das zwangsläufig in einer sterilen Umgebung stattfinden muss, da hier ein erhöhtes Infektionsrisiko besteht. 

Anschließend wird ein Verband angelegt vorzugsweise eine polymere Wundauflage, wie bspw. PolyMem. Sofern die Blasen der Verbrennung bereits geöffnet ist, sollte sie mit einer Wundspüllösung gereinigt werden. Der Verband wird in kurzen Intervallen, normalerweise aller 24 bis 48 Stunden, gewechselt.

Fragen und Antworten

Wie sollte eine Brandwunde behandelt werden?

Zuerst das betroffenen Körperteil für 15 Minuten unter lauwarmes Wasser halten. Danach die Wunde begutachten: Ist die Haut nur gerötet oder sind geschlossene Brandblasen zu sehen? Die Wunde mit einer geeignete Wundauflage, wie PolyMem abdecken. Offene Brandwunden sollte gereinigt und ggf. mit einer geeigneten Wundspüllösung wie Veriforte gespült werden, dann ebenfalls mit PolyMem abdecken. Bei schweren Brandverletzungen unbedingt einen Arzt aufsuchen.

Was hilft am schnellsten bei Verbrennungen?

Die schnellste Behandlung ist die medizinische: Mit Wasser kühlen, dann mit einer sterilen Wundauflage wie PolyMem abdecken und den Verband täglich wechseln. Weiter lässt sich die Wundheilung nur schwierig beschleunigen; Hausmittel können auf Brandwunden unter Umständen weiteren Schaden anrichten.

Wie lange muss eine Verbrennung gekühlt werden?

Man kühlt eine Verbrennung für ca. 15 Minuten unter lauwarmem Wasser. So werden weitere Gewebeschäden verhindert.

Warum wird kein kaltes Wasser zum kühlen einer Verbrennung verwendet?
Hält man den verbrannten Bereich minutenlang unter kaltes Wasser oder packt Eis darauf, kann zur Verbrennung eine Erfrierung dazukommen, im schlimmsten Fall eine Unterkühlung des ganzen Körpers. Deshalb hält man die betroffene Stelle unter lauwarmes Wasser. Faustregel: So lauwarm, dass man sich vorstellen könnte, darin zu schwimmen.
Was tun bei einer Verbrennung an der Hand?

Die betroffene Hand sofort für 15 min. unter lauwarmes Wasser halten. Danach die Brandwunde begutachten: Mit schweren Verletzungen sollten sie umgehend einen Arzt aufsuchen. Eine leichte Brandverletzung kann selbst behandelt werden. Offene Blasen mit einer geeigneten Wundspüllösung wie Veriforte ausspülen, geschlossene Brandblasen intakt lassen und mit eine Wundauflage wie PolyMem abdecken.

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