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Wundbelag

Entstehung, Arten, Behandlung und Prävention

Entstehung, Arten, Behandlung und Prävention

Vom Wundbelag wird vor allem in Verbindung mit chronischen Wunden gesprochen. Selbige können, je nach Verlauf der Verletzung, einen sehr harten, krustigen Belag entwickeln. Die Wahrscheinlichkeit eines Wundbelags steigt kontinuierlich mit der Verletzungsdauer. Deshalb ist vor allem bei chronischen Wunden ein Wundbelag keine medizinische Ausnahme.

Definition zum Wundbelag

Ein Wundbelag ist pauschal erst einmal kein schlechter und zugleich ein zu erwartender Umstand, der aus der körpereigenen Wundheilung resultiert. Er entsteht, weil Blutplättchen von der körpereigenen Biologie dazu angeregt werden, die Blutgerinnung zu forcieren, um Blutungen schnellstmöglich zu stoppen. Sobald die Blutung gestoppt ist, sind auch die von der Verletzung betroffenen Gefäße verschlossen. Blutplättchen (Thrombozyten) bedecken nun die sonst offene Wunde und verschließen diese folglich.

Simultan dazu geben die Arterien Blutplasma frei, das der Exsudatbildung dient. Im Fachjargon wird zu diesem Zeitpunkt daher von der “Exsudationsphase” gesprochen. Um zeitgleich Erreger abzuwehren, deren Kontakt mit der Wunde unvermeidbar ist, sendet der Körper spezielle weiße Blutkörperchen aus. Sie tragen die Bezeichnung “Makrophagen” und dienen der Infektionsabwehr. Fibrin sorgt nun dafür, dass die Wunde verklebt und verkrustet. Der daraus resultierende Wundbelag ist also zwangsläufig notwendig.

Dennoch kann die Wundheilung, insbesondere bei chronischen Wunden, einen schlechten Verlauf nehmen. Das passiert dann, wenn sich über einen mittleren bis längeren Zeitraum weitere Beläge bilden, die eine effiziente Wundheilung verhindern. Die eigentlich nicht benötigten, aber zu dem Zeitpunkt existenten Wundbeläge, stören den Zellaufbau und bilden außerdem einen erstklassigen Untergrund für diverse Bakterien. Im schlimmsten Fall resultiert daraus eine Infektion, die die Wundheilung erneut verlangsamt und im schlimmsten Fall zu weiteren Wunden oder Symptomen führt.

Unterscheidung der Wundbeläge

In der Medizin wird zwischen drei klassischen und zwei weiterführenden Wundbelägen differenziert. Klassische Wundbeläge sind:

  • Biofilm
  • Fibrin
  • Nekrosen

Des Weiteren ist ein Detritus denkbar. Das sind verklumpte Restbestände von Zellen, die sich mit Thrombozyten vermehren. Ebenso darf genau genommen der Eiter zu den Wundbelägen gezählt werden, auch wenn es sich hierbei eher um ein Sekundärprodukt handelt. Zu einer Eiterbildung kommt es dann, wenn sich die Wunde infiziert hat. Das ist für gewöhnlich der Fall, wenn der Wundbelag über einen längeren Zeitraum eine Heilung verhindert und die Kruste zusehends zum Sammelbecken für Bakterien avanciert.

Biofilm

Die Bezeichnung setzt sich aus den Wörtern “Bio” und “Film” zusammen. Es bildet sich eine Schicht (Film), die aus unterschiedlichen biologischen Stoffen besteht, vorrangig Bakterien, Viren sowie Pilze. Diese biologischen Stoffe vermehren sich sehr leicht auf feuchtem Untergrund, was bei einer Wunde, insbesondere wenn sie nässt, gegeben ist. Das Ergebnis ist eine Schleimschicht, die im Fachjargon als “Matrix” bezeichnet wird. Aufgrund der Matrix können Bio-Stoffe dann noch besser daran haften, was dazu führt, dass sie sich kontinuierlich vergrößert.

Mehr zum Biofilm erfahren Sie hier.

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Fibrinbelag

Fibrin ist ein Eiweiß-Wundbelag, der nicht in Wasser löslich ist. Der Wundbelag entsteht, indem sich Blutplättchen zusammenschieben, bündeln und auf der Wunde ballen. Das ist hinsichtlich der Wundheilung wünschenswert, denn der Fibrinbelag ist so der Blutstillung förderlich. Insbesondere in den ersten Phasen der Wundheilung ist der Fibrinbelag erforderlich, um als natürlicher, biologischer Wundverschluss zu dienen. Üblicherweise macht der Fibrinbelag eine größere Fläche aus. Es ist aber auch denkbar, dass der Belag lediglich die Größe eines Stecknadelkopfes ausmacht. Letzteres ist unbedenklich, sofern die Wunde keine anderen medizinischen Besonderheiten aufweist.

Problematisch wird der Fibrinbelag dann, wenn sich eine feste, verkrustete Anhaftung bildet. Üblicherweise kommt das dann zustande, wenn eine Wunde nicht ausreichend oder nicht adäquat versorgt wird. Gegebenenfalls ist es notwendig, den Fibrinbelag medizinisch in einem sterilen Umfang zu entfernen. Mediziner schauen sich hierfür den Fibrinbelag sehr genau an und schenken ihre Beachtung vor allem dem Wundgrund. Wenn das Granulationsgewebe durch den Fibrinbelag durchschimmert, ist eine Entfernung nicht notwendig. Ist der Fibrinbelag hingegen komplett blickdicht, ist eine medizinisch sorgfältige Entfernung mitunter notwendig. Das kann schondend autolytisch erfolgen mit Hilfe eines Wundgeles, wie dem Veriforte™ Wundgel.

Mehr über den Fibrinbelagen lesen Sie hier.

Nekrose

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Der Nekrose Wundbelag wird je nach Eigenschaft als “trockene” oder “feuchte” Nekrose bezeichnet. Solch ein Wundbelag entsteht erst dann, wenn lebende Zellen absterben. Das passiert normalerweise, weil die jeweilige Region nicht mehr genug Sauerstoff (über die Blutzufuhr) und damit auch Blut zugeführt bekommt. Der Wundbelag besteht aus avitalem (abgestorbenem) Gewebe. Selbiges unterbindet die Wundheilung nahezu vollständig, da die Wunde kein Blut und keine elementaren Nährstoffe mehr erhält. Außerdem kann der Körper so kein wichtiges Granulationsgewebe produzieren.

Des Weiteren ist die schwarze Oberfläche von diesem Wundbelag absolut blickdicht, weshalb die darunter liegende Wunde überhaupt nicht mehr beurteilt werden kann.

 

Wundbelag: Behandlung je nach Art

Die Wundreinigung ist immer regelmäßig durchzuführen mit einer dafür geeigneten Wundspüllösung. Außerdem sollten Wunden idealfeucht und adäquat mit den Produkten der modernen Wundversorgung medizinisch und fachmännisch versorgt werden. So lässt sich eine unnötige Neuproduktion vom Wundbelag vermeiden. Des Weiteren ist elementar, dass die Versorgung je nach Wundbelag erfolgt. Mediziner müssen also erst beurteilen, welcher Wundbelag vorliegt, bevor eine Behandlung oder Behandlungsempfehlung erfolgt. 

 

  • Biofilm-Wundbelag wird autolytisch mittels eines Wundgeles  oder über chirurgisches Debridement behandelt.
  • Fibrin lässt sich identisch wie Biofilm behandeln.
  • Eine feuchte Nekrose oder trockene Nekrose kann durch chirurgisches Debridement oder autolytisch entfernt werden.
  • Die identischen Behandlungsempfehlungen wie bei Fibrin und Biofilm gelten auch für Eiter sowie Detritus.

Vorbeugende Maßnahmen gegen Wundbelag

In seiner Ganzheit lässt sich der Wundbelag nicht verhindern, was auch nicht gewollt ist, da er ein fester Bestandteil der körpereigenen Wundheilung ist. Anders verhält es sich bei chronischen Wunden, vor allem wenn diese die Durchblutung des betroffenen Gewebes oder das Immunsystem negativ beeinflussen. Vorbeugen lassen sich dauerhaft existente, schädliche Wundbeläge durch eine sorgfältige Behandlung der oben genannten Maßnahmen sowie eine eventuell notwendige Infektionseindämmung.

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