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Wunddehiszenzen

Definition, Einteilung und Ursachen

Wunddehiszenzen

Wunddehiszenzen können in Folge einer Operation auftreten, alternativ werden sie “Nahtdehiszenz” genannt. Sie lassen sich in mehrere Schweregrade unterteilen und entstehen aufgrund einer Vielzahl von Ursachen. Unter Umständen ist aufgrund der Wunddehiszenzen erforderlich, eine operative Wundrevision durchzuführen. Die Therapie ist maßgeblich von der Schwere und Größe abhängig.

Definition zu Wunddehiszenzen 

Bei Wunddehiszenzen kommt es zu einem unerwünschten Auseinanderweichen der Wundränder, die bis dahin durch Klammern oder Nähte fixiert werden. Die Wunde klafft also auseinander, wie weit und tief, ist dabei von der Schwere der Wunddehiszenzen abhängig. Eine zusätzliche Gefahr entsteht, weil dadurch Erreger in die offene Wunde eintreten und weitere Komplikationen, auch systemische Infektionen, auslösen können.

Einteilung in Grade 

Wunddehiszenzen lassen sich in drei verschiedene Grade unterteilen, die zugleich die Schwere widerspiegeln. 

Grad I 

Die Haut beziehungsweise das Gewebe sind betroffen und ziehen sich auseinander. Verursacher könnte eine oberflächige Infektion sein. 

Grad II 

Dieser Grad wird als inkomplette Ruptur bezeichnet, weil Peritoneum und/oder Haut dabei nicht verletzt werden. Es ist denkbar, dass sich eine Narbenhernie bildet. 

Grad III

Die komplette Ruptur ist der schwerste Fall und daher der höchste Grad. Alle Wundschichten der Wunde werden zerrissen und klaffen auseinander. Aus dem dritten Grad ergeben sich schwerwiegende Komplikationen, beispielsweise das Vorfallen der Eingeweide oder ein Platzbauch.

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Beitrag: Postoperative Wundkomplikationen

Ursachen und Entstehung von Wunddehiszenzen

Der Wunddehiszenz geht immer ein operativer Eingriff voran. Warum die Wunde dann jedoch nicht heilt, sondern sich Wunddehiszenzen bilden, kann sehr vielfältig sein. Die Ursachen lassen sich in vier unterschiedliche Bereiche unterteilen. Es ist denkbar, dass sich mehrere Faktoren aus einzelnen Bereichen vermischen.

Allgemeine Ursachen

Diese beschreiben systemische Umstände. Denkbar sind Wunddehiszenzen beispielsweise dann, wenn der Patient unter Erkrankungen des Stoffwechsels oder einer Leberzirrhose leidet. Massives Übergewicht könnte ebenfalls dazu führen, insbesondere in der Bauchregion. Urämie, Tumorkachexie und Faktor XIII-Mangel vervollständigen die möglichen allgemeinen Ursachen der Wunddehiszenzen.

Lokale Ursachen

Jene betreffen direkt die Wunde. Denkbar sind Wunddehiszenzen unter anderem durch eine falsche oder unsachgemäße Nachbehandlung, zum Beispiel wenn die Nähte zu früh oder nicht korrekt gezogen werden. Da die Wundschichten in diesem Fall noch nicht verheilt sind, klafft die Wunde in der Folge auseinander. Ebenso können Wundkomplikationen an der Wunde entstehen, die die Bildung von Wunddehiszenzen begünstigen. Vorrangig sind das Hämatome und Serome. Beide führen zu einer unfreiwilligen Dehnung des Gewebes. Nekrosen und Infektionen reihen sich in die möglichen Ursachen, die in Verbindung mit Wundkomplikationen stehen, ein.

Eine weitere Ursache, die heutzutage aber nur noch sehr selten anzutreffen ist, stellt die Nahtruptur dar. Bei dieser reißt das Material, welches für die Nähte verwendet wurde. In der Medizin wird mittlerweile auf ein modernes, ausgesprochen robustes und langlebiges Material zurückgegriffen, weshalb die Nahtruptur ohne äußere Einwirkung nur noch selten auftritt.  Knotenbrüche könnten eine weitere Ursache darstellen. 

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Mechanische Ursachen

Sie sind den lokalen Ursachen teilweise verwandt. Gemeint sind externe Einwirkungen auf den Wundbereich. Ob und in welcher Form sie auftreten, ist auch vom Wundareal abhängig. Plötzliche Anspannungen/Veränderungen, wie sie beispielsweise beim Stuhlgang, durch Blähungen oder schon durch das Husten/Niesen entstehen, können zum Aufreißen der Wunde und damit Wunddehiszenzen führen. Erbrechen und Aszites sind ebenso denkbar wie eine mutwillige Verletzung des Wundareals durch äußerliche Einwirkung. 

Medikamentöse Ursachen

Einige Medikamente bringen Nebenwirkungen mit, die die Wunddehiszenzen wahrscheinlicher machen oder auslösen können. Auf selbige sollte postoperativ unbedingt verzichtet werden. Dazu zählen Kortikoide, Antikoagulantien und Zytostatika.

Therapie und Behandlung der Wunddehiszenzen

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Die Therapie von Wunddehisznezen ist maßgeblich von ihrer Schwere abhängig. Bei einer geringen Wunddehiszenz ist denkbar, die Granulation abzuwarten und bis dahin temporäre Ruhigstellung zu betreiben. Selbiges ist nur möglich, wenn keine Infektionsanzeichen vorliegen. Des Weiteren muss die Wunddehiszenz kontinuierlich überwacht werden, um gegebenenfalls weitere Behandlungsschritte zu unternehmen, sollte die Granulation nicht ausreichen.  

Eine weitere Option ist die medikamentöse Therapie, die über die Gabe von systemischen Antibiotika erfolgt, zum Beispiel Penicillin oder Cephalosporinen. Selbiges ist ebenfalls nur möglich, wenn kein Keimnachweis vorliegt. Des Weiteren eignet sich eine medikamentöse Therapie von Wunddehiszenzen nur bei minderschweren Fällen. 

Die häufigste Behandlung von Wunddehiszenzen erfolgt chirurgisch. Bei der operativen Therapie erfolgt eine Revision der Wunde, so beispielsweise mittels der Entfernung von gebildeten Nekrosen. Die Sekundährnaht könnte im Zuge der Wundrandmobilisation ebenfalls entfernt werden. Diese Therapie der Wunddehiszenzen ist nur möglich, wenn keine Infektproblematik existiert. Liegt eine Wundinfektion vor beziehungsweise ist selbige die Ursache für die Wunddehiszenzen, muss diese zwangsläufig eine Sanierung erhalten. Die Infektproblematik ist vorrangig zu behandeln, anderenfalls könnte es zu neuen Wunddehiszenzen nach erstmaliger Behandlung kommen.

Abhängig ist die Therapie zudem davon, wo die Wunde beziehungsweise die Wunddehiszenzen existieren. Sofern beispielsweise tiefe Gewebsschichten weiterhin intakt sind und auch die Bauchfaszie nicht verletzt wurde, während die Dehiszenz selbst eher geringfügig bemessen ist, könnte sich die sekundäre Wundheilung mittels Granulats empfehlen. Nicht mehr möglich ist das bei ausgebreiteten Wunddehiszenzen beziehungsweise wenn bereits ein Platzbauch diagnostiziert wurde. Beides muss zwangsläufig in einem chirurgischen Verfahren revidiert werden.

Sowohl nach operativem Eingriff als auch nach einer Revision von Wunddehiszenzen ist eine gründliche Nachsorge Bestandteil jeder sinnvollen Therapie. Die Wunde sollte bereits am ersten Tag nach der Operation inspiziert werden. Im weiteren Verlauf sind klinische Kontrollen, auch über Laboruntersuchungen, empfehlenswert. Die Ruhigstellung, teilweise auch über externe Lagerungsschienen, kann die Wahrscheinlichkeit für erstmalige und revidierte Wunddehiszenzen maßgeblich reduzieren.

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